Tips und Tricks

Wenn du es dann nicht verhindern kannst, fahre nur kurze Strecken. Lange sind zu anstrengend. Für kurze Strecken brauchst du auch nicht so viel training. Geh' mit dem Rad ins Migros zum Einkaufen und lass dir die sperrigen Dinge mit dem Auto nach Hause liefern. Damit machst du dem grünen Fränzi T. grosse Freude.

20 Minuten Radfahren pro Woche ist super. Homöopathisch. Immerhin besser als nichts. Kauf dir einen Hund und geh' mit ihm spazieren. Das ist billiger und er wärmt dir an kalten Winterabenden wenigstens die Füsse. Pass auf: im Sommer leckt er sie ab (Fussreflexzonenmassage)! Ein richtiger Wellnesshund halt.

Nachdem du jetzt immer noch weiterlesen willst:

Kauf dir ein gutes gebrauchtes Rad zum Anfangen. Du kriegst es sicher günstig von einem, dem das Radfahren vernünftigerweise zu anstrengend war und das Teil nur rumstehen hat. Achte auf korrekte Masse (zB. Rahmengrösse, breite des Lenkers, Distanz Sattel-Lenker).

Richtige Kleider sind wichtig. Spare nicht bei Trikots und Hosen. Der Fachhändler wird dir schon das Richtige (und das teuerste - leider) anbieten. Mit dem alten Militärtrikot (Gnägi) aus den 60er Jahren fährt man nicht Rad! Die neuen Materialien sind zwar teuer aber absolut top und du fühlst dich um Klassen besser. Kein Schwitzen, kein frieren! Und wenn du das erste mal einen blutigen 'Arsch' hast, wirst du sowieso nur noch das Beste kaufen wollen.

Halte dein Rad und deine Ausrüstung immer in Top Zustand. Du vertraust dem Ding dein Leben an! Mit einem schmutzigen Rad geht man nicht auf die Strasse. Zudem siehst du Mängel beim Putzen ohne Weiteres.

Campagnolo oder Shimano? Egal. Die berühmte 'Shimano-Wäscheleine' vor dem Lenker stört auch nicht. Das ist kein Argument.

Carbon, Alu, Titan, Stahl? Stahlräder sind schwer und kaum mehr zu kaufen. Titan gibt es ebenfalls kaum noch und so bleiben eigentlich nur noch Alu und Carbon. Eine Frage des Budgets. Es ist wichtiger, gute Komponenten zu haben als ein paar Kilo weniger und etwas mehr Steifigkeit.

Pulsuhr? Wozu? Meine Drehzahl fühle ich auch so.

Fettverbrennungspuls? Bullshit! Beweise gibt es genug. Schau mal hier: http://portal.asvz.ethz.ch/Documents/fatburner.pdf

Du möchtest mit Radfahren abnehmen? Naja - darf ich dir Krafttraining empfehlen? Alternativ kannst du auch eine Mehrpässefahrt absolvieren. Ich nehme innert drei Tagen ca. 1-2kg pro Tag Passfahrt ab (4000-5000 Höhenmeter), wenn ich mich beim Essen nur etwas beherrsche.

Conconi Test? Maximalpuls? Ruhepuls? Fang doch erst mal mit fahren an. Wenn du dann die Tour Ultime oder das RAAM fahren willst, wirst du auch einen Arzt haben, der weiss, wie man die letzten 2% aus dir herauskitzelt. Wenn du den richtigen Arzt findest, kitzelt der mit etwas gröberen Mitteln sogar 5% aus dir heraus. Powered by Dr. Georg Huber zum Beispiel. Hoffentlich bleibt dir dann das Lachen vor lauter kitzeln nicht im Hals stecken. Den Rest für 'dein Handwerk' hast du bis dahin auch ganz selbst rausgefunden.

Reifen? Conti..

Fahre viel viel viel flache Strecken zum Anfangen. Eine Fahrt um den See ist sehr entspannend für Geist und Seele (darum heisst der ja so) und der See ist wirklich flach... Ist auch nicht so anstrengend. Schau, dass du immer noch drei bis vier Worte aneinander sprechen kannst (= GA1/GA2-Puls). Von mir aus in Suaheli. Dir hört ohnehin niemand zu.

Wenn es dein Körper zulässt (Gewicht, Gelenke!) geh auch mal Joggen oder tu was Anderes. Oder laufe zumindest sehr schnell einen Berg hoch. Pass auf beim Runtersteigen: Werden angespannte Muskeln unerwartet gestreckt, führt das häufig zu Muskelkater (= Mikrorisse). Muskelkater ist das Zeichen von Zerstörung, nicht Aufbau!

Geniesse die Stunden auf dem Rad. Schau dir die Landschaft an. Lass dein Handy auch mal klingeln oder noch besser: zu hause. Es ist deine Zeit ganz alleine. Du solltest doch mal 2h oder mal so einen ganzen Tag entbehrlich sein, nicht?

Essen? Zumindest nichts Festes während des Radfahrens. Mein Magen verträgt das zB. schlecht und rebelliert. Sportnahrung ist optimal und gibt genügend Energie. Dickflüssige Nahrung (Tuben) ist einfacher während des Fahrens zu 'essen'. Ich nenne Sie abwechslungsweise Poulet, Hohrückensteak, Koteletten oder Filet. Riegel sind etwas staubig und man muss automatisch das Tempo massiv drosseln. Ich 'esse', sobald es im Magen etwas kribbelt. Ungefähr einmal alle 45 Minuten. Sonst laufe ich nach 3-4 Stunden in einen Hammer!

Trinken? Immer wieder! Der Körper ist nicht zufrieden, wenn er einmal pro Stunde einen Liter Flüssigkeit erhält: das gibt bloss einen schweren Bauch und der Körper kann es gar nicht aufnehmen. Immer wieder einen Mund voll Wasser ist optimal. 1l pro Stunde in kleine Schlücken verhindert bei normalem Wetter das Dehydrieren. Wenn es heiss ist, dementsprechend mehr. Such dir ein Pülverchen mit etwas Mineralien (gegen Krämpfe) und Salz. Mineralwasser wird hier unseren Anforderungen nicht mehr gerecht. Bei einer gemütlichen Ausfahrt darf es doch auch mal ein Bier ;-) sein: der Alkohol verfliegt ja schnell genug und Bier als Naturprodukt hat durchaus den Nährwert eines Red Bull...

..und bevor ich's vergesse: Es soll Spass machen!

Schmerztabletten und Sport? Ich hab's ausprobiert. Die Schmerzen waren dann im Magen (mit 10 multipliziert). Kategorie: heuler!


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